Laser für Kellerwerkstatt

  • Ok, dann lege ich mal los. Wie schon gesagt steht mir in meiner Kellerwerkstatt für das geplante Gerät nur begrenzt Platz zur Verfügung. Absaug-/Abluftmöglichkeit gibt es, die nutze ich bereits für längere Fräs-, Sägearbeiten und 3D-Drucke mit stärker „duftendem“ Material.

    Maximale Aufstellfläche von der Kellerwand aus gemessen wären 108x60cm. Das limitierende Element ist die Tiefe mit 60cm links und rechts könnte was rausschauen wie z.B. Abluftanschluss.

    Geschlossener Bauraum ist mir wichtig. Die Nutzung wäre sicher eher sporadisch und rein zu Hobbyzwecken.

    Als bearbeitbare Fläche fände ich DINA4 durchaus ausreichend. Was würde ich dort schneiden wollen: dünne Brettchen für puzzleartige Geschenke, gerne auch Karton und Papier für Bastelarbeiten, Acryl könnte auch ganz nett sein, wäre aber kein Muss. Gravieren diverser Oberflächen vielleicht auch Metall wenn möglich. Für meine Frau würde ich ganz gerne den ein oder anderen Stempel herstellen, nach allem was ich bisher gelesen habe, wäre dafür wohl CO2 gut geeignet, Diode soll aber wohl auch gehen, wenn man keine rasende Bearbeitung erwartet.


    Jetzt habe ich mal geschaut und die Firma Flux hat wohl die kleinsten CO2 Laser (Beamo). Habe mich auf deren Seite umgetan aber irgendwie sieht mir da alles nach Ausverkauf aus, lösen die sich auf? Die Software scheint auch proprietär zu sein, für einen Anschluss an Lightburn (für die Stempelgeschichte hat das wohl eine „Rampenfunktion“ die bei der Erstellung hilft) benötigt man ein spezielles Kabel, das ich auf der Seite aber nirgends finde. Bei den gelisteten Ersatzteilen finden sich auch keine Laserröhren, insgesamt irgendwie suspekt. Kämen wir zu den Diodengeschichten, da ist mir Ortur aufgefallen. Speziell dort der R2 und der H20, wobei auch schon der R2 genügend Arbeitsfläche hätte. Hier würde ich ggf. gleich den IR Laser mitbestellen, falls das für meine genannten Aufgaben Sinn machen würde. Als Exot ist mir auch noch der ComMarker OmniX UV aufgefallen. Schön kompakt und mit UV würde wohl alles oben genannte funktionieren, allerdings müsste ich hinsichtlich Arbeitsfläche Kompromisse eingehen, es sei denn ich würde die 12W Variante wählen, da gehen dann wohl maximal 250x250. Dafür dann aber über 6000€ hinlegen, da bin ich nicht wirklich überzeugt.


    Jetzt hoffe ich auf Rat aus der Profiecke, ich bin gerne bereit ordentliches Geld auszugeben, aber ich freue mich natürlich wenn ich auch verhältnismäßig günstig ans Ziel komme.

  • Als Exot ist mir auch noch der ComMarker OmniX UV aufgefallen. Schön kompakt und mit UV würde wohl alles oben genannte funktionieren

    Nein. Ausser dünnes Papier oder Folie schneidet der NICHTS. Tiefgravuren (Stempel) sind auch quasi nicht möglich damit. Dafür ist CO2 die deutlich beste, danach Diode die zweitbeste Wahl.

    Gruß,

    Christian


    „Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion, wissend zu sein.“

    Stephen Hawking

  • Hmm, von dem hab ich mitbekommen, dass es wohl eher die Bastellösung sein soll, das möchte ich nicht. Vor einigen Jahren hatte ich mir zwar mal selbst einen 3D Drucker gebaut, habe aber mittlerweile viel mehr Freude mit meinem Bambulab, so stelle ich mir das auch beim Laser vor, nur ohne den Zwischenschritt Eigenbau oder Bastellösung. Ich hab beim Beamo etwas in der Doku gestöbert, das sieht eigentlich alles recht ansprechend aus. Was mich etwas abgeschreckt hat, ist die Wartungsvorgabe zum regelmäßigen (3 Monate) Wassertausch. Ist das wirklich in der Frequenz notwendig oder kann man dem mit Zusätzen abhelfen? Ist Cameo Vertriebspartner? Auf der Europaseite von Flux werfen die scheinbar aktuell gebrauchte Geräte oder Vorführer raus. Die Firma selbst scheint wohl doch weiter zu bestehen, die US Seite hat jedenfalls noch alle Geräte auch neu im Angebot. Wenn die gebrauchten direkt von Flux nicht durchgenudelt sind, hätte ich da nichts dagegen. Auf den jeweiligen Angebotsseiten steht eine Mailadresse wenn man Fragen dazu hat, die habe ich mal angeschrieben. Macht der Autofokus beim Beamo Sinn? Die manuelle Einstellung des Fokus schien recht einfach zu sein.

  • Vor einigen Jahren hatte ich mir zwar mal selbst einen 3D Drucker gebaut, habe aber mittlerweile viel mehr Freude mit meinem Bambulab, so stelle ich mir das auch beim Laser vor, nur ohne den Zwischenschritt Eigenbau oder Bastellösung.

    Die Illusion muss ich dir leider nehmen.

    Laserbearbeitung ist um einiges komplexer als 3D FDM Druck. Egal was die bunten Werbevideos suggerieren wollen.

    Gruß,

    Christian


    „Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion, wissend zu sein.“

    Stephen Hawking

  • Einen Beamo würde ich definitiv dem K40+ vorziehen. Da liegen qualitätstechnisch Welten dazwischen. Macht sich natürlich auch im Preis bemerkbar.

    Wenn du auf durchsichtiges Material verzichten kannst, würde ich in deinem Fall keinen CO2 nehmen. CO2-Laser sind Arbeitstiere. Will man viel, schnell oder bestimmte Materialien, sind sündige richtige Wahl. Dafür haben sie jedoch gewisse Tücken für Anfänger, die den Einstieg erschweren können. Will man etwas unkompliziertes mit möglichst wenig Wartungsbedarf, sind Dioden deutlich entspannter.

    Für das Gravieren von Metallen braucht es was im IR-Bereich (kein CO2, der hat zwar auch IR, jedoch im falschen Bereich). Willst du Metalle Tiefgravieren brauchts hingegen eine Faserquelle. Sowas sollte man jedoch in einem zweiten Gerät realisieren.

    Da du BambuLab ansprichst, sowas gibts natürlich auch bei den Lasern. Sprich sieht gut aus, grundlegend gute Verarbeitung, eigene Softwarebouble (Lightburn geht, unterstützt jedoch nicht alle Sonderfeatures) und teurer als es sein müsste. Dafür schon einiges vorgearbeitet und relativ bedienerfreundlich …. schau dir mal xTool an. Die Modelle habe ich nicht im Kopf, aber etwas mit Wechselmodul Diode und IR sollte deine Ansprüche nahezu komplett abdecken.

  • Hallo Bugenser,

    danke für deine Einschätzung! Wie bereits erwähnt ist der Platzbedarf ein einschränkendes Element. Deine Einschätzung zur Wartungsfreundlickeit teile ich, nachdem ich mir das Wartungswiki des Beamo durchgelesen habe, das fand ich echt abschreckend. Also dann doch eher ein Diodenlaser. Für Gravur und Schneiden von dünnem Material sollten da doch eigentlich 10Watt ausreichend sein, oder? Irgendwo habe ich gelesen, dass der 10Watt Laser Sinn macht, da der Laserpunkt dann wohl quadratisch und nicht rechteckig ist oder stimmt das nicht? Was hältst du von den beiden oben erwähnten Typen von Ortur? Derweil kann ich ja mal bei xtool schauen ob die was kompaktes im Programm haben.

  • Laserbearbeitung ist um einiges komplexer als 3D FDM Druck.

    Dazu hatte ich vor Ewigkeiten mal ne Grafik erstellt um das deutlich zu machen, habe sie neulich mal per KI aufhübschen lassen, das ist dabei rausgekommen ;)


    ComplexityLevel2.jpg

    ---------

    Laser: Sculpfun S6 Pro bis S70 (alle Modelle/Module), Creality Falcon 2 Pro 60W

    3D-Drucker: Creality CR-10, Anycubic Kobra 3 Combo

    CNC: TwoTrees TTC450

  • Irgendwo habe ich gelesen, dass der 10Watt Laser Sinn macht, da der Laserpunkt dann wohl quadratisch und nicht rechteckig ist oder stimmt das nicht?

    Das stimmt nur, wenn du einen Laser mit 2 Dioden (10-12W) von Sculpfun nimmst. Alle anderen haben ich bei der Leistung einen rechteckigen Spot.

    Was hältst du von den beiden oben erwähnten Typen von Ortur?

    Mit den Modellen von Ortur kenne ich mich nicht aus. Die Modelle Lasermaster 2/3 sollen wohl gut sein. Sind halt wie Sculpfun offen und Ortur verwendet eine angepasste Firmware, was kein Problem ist, wenn es zu keinen Problemen kommt. Falls doch muss man erstmal einen finden, der sich damit auskennt.

  • Ich verstehe es nicht und doch ganz einfach : )


    Wir haben die Reviews:


    Flux Beamo - Plottmania.de

    Ortur Laser Master 3 mit Sensorless Homing - Plottmania.de

    Neje Max 4 mit E80 Lasermodul und Z-Achse - Plottmania.de


    Ein tolles, einfaches Teil und kann mit einer Absaugung auch im Keller genutzt werden.
    Ortur kann auch einiges und der Neje vieles mehr : )


    Noch Fragen?


    www.youtube.com/@agnaz1967


    Eventuell gibt es da bei einigen Videos auch Antworten.

  • Moin,

    Dazu hatte ich vor Ewigkeiten mal ne Grafik erstellt um das deutlich zu machen, habe sie neulich mal per KI aufhübschen lassen, das ist dabei rausgekommen ;)


    Hm, irgendwie kann ich die Kathegorien nicht nachvollziehen. Außerdem wäre Fräsen in deiner Aufzählung ja "Super Hard"


    Ich hätte da andere Kathegorien:


    Leicht: 3-Achs-Fräsen

    Leichter: Laser

    Kinderspielzeug: 3D-Druck, Folienplotter

    Nicht der Rede wert: Papierdruck


    Wobei die Kathegorien "Leicht" und "Leichter" etwas Rechnen enthalten.


    :P


    sswjs, aka Jens

    Ach ja, meine Kathegorie Super schwer: Präzise Handarbeit :/

    Laser: Two Trees TTS55 mit 300x300mm, Two Trees TS55 mit 600x300mm; Eigenbau aus Two Trees Erweiterungssatz und einigen eigenen Frästeilen mit 10W Laser von Laser Tree

    3D-Drucker: BfB 3000, Anycubic Kobra S1 Combo

    CNC: PFE 1000, High-Z 1000, HL4530

  • Fräsen ist ja gar nicht dabei, könnte ich noch zufügen. Das ist aus meiner Sicht aber nicht komplexer als Lasern, sondern wesentlich einfacher. Es geht nicht darum, dass es technisch anspruchsvoll ist. Beim Fräsen hast du Material, Fräser, Drehzahl, Geschwindigkeit (Geometrien, Zahl der Achsen usw. ist alles egal, da kümmert sich die Software drum). Ich würde das höchstens auf 3D-Druck-Level setzen.

    Beim Lasern ist die Materialwahl schon viel komplexer, weil zwei Bretter vom gleichen Holz nicht das gleiche Ergebnis liefern müssen. Bei der CNC schon. Und beim Lasern kommen die Gefahren mit Strahlung, Gasen, Feuer etc. dazu. Auch alles beim Fräsen wesentlich entspannter. Und dann noch Wellenlänge, Frequenz, Pulsweite usw. Extrem viel größerer Parameterraum als bei CNC.


    In der Grafik ging es mehr um Verständlichkeit, als technische Details.

    ---------

    Laser: Sculpfun S6 Pro bis S70 (alle Modelle/Module), Creality Falcon 2 Pro 60W

    3D-Drucker: Creality CR-10, Anycubic Kobra 3 Combo

    CNC: TwoTrees TTC450

  • Moin,


    Ach Melvin,


    Das ist aus meiner Sicht aber nicht komplexer als Lasern, sondern wesentlich einfacher.

    darüber lässt sich hervorragend streiten. Ich hab alles hier, CNC-Fräse, Laser und 3D-Druck und glaub mir, die Reihenfolge ist wirklich Fräsen, Lasern, 3D-Drucken und genauso ist die Reihenfolge des Aufwands.


    Ich bau schließlich Teile für CNC-Fräsen, bei denen ich mittlerweile alle Verfahren einsetze.



    sswjs, aka Jens

    Laser: Two Trees TTS55 mit 300x300mm, Two Trees TS55 mit 600x300mm; Eigenbau aus Two Trees Erweiterungssatz und einigen eigenen Frästeilen mit 10W Laser von Laser Tree

    3D-Drucker: BfB 3000, Anycubic Kobra S1 Combo

    CNC: PFE 1000, High-Z 1000, HL4530

  • Darf ja jeder seine Meinung haben, aber ich finde auch, dass es mit einer CNC-Fräse deutlich leichter ist ein reproduzierbares Ergebnis zu erzeugen. Dass die Bedienung an sich komplexer werden kann (besonders wenn es mehr als 3 Achsen werden) ist ein anderes Thema.

  • Moin,

    aber ich finde auch, dass es mit einer CNC-Fräse deutlich leichter ist ein reproduzierbares Ergebnis zu erzeugen.

    dazu hab ich nur eine Frage: Schon mal etwas konstruiert und gebaut, was alle drei Fertigungstechniken braucht?



    sswjs, aka Jens

    PS: ich hab da schon eine sehr lange Liste...

    Laser: Two Trees TTS55 mit 300x300mm, Two Trees TS55 mit 600x300mm; Eigenbau aus Two Trees Erweiterungssatz und einigen eigenen Frästeilen mit 10W Laser von Laser Tree

    3D-Drucker: BfB 3000, Anycubic Kobra S1 Combo

    CNC: PFE 1000, High-Z 1000, HL4530

  • Wie ich ja oben schon geschrieben habe, kann man in jedem Verfahren sehr schwierige Projekte realisieren und die Vorbereitung bzw. Ausführung eines Projekts kann jeweils unendlich komplex werden. Bei CNC wie Lasern oder auch 3D-Druckern.


    Aber der Parameterraum einer CNC ist massiv kleiner als bei einem Laser, wie oben geschrieben. Auch rein physikalisch ist eine CNC sehr simpel zu verstehen, die Wechselwirkungen bei verschiedenen Lasern und Materialien sind viel komplexer.


    Wie gesagt, das heißt nicht, dass ein fertiges Projekt mit einer CNC deutlich komplexer zu erstellen sein kann. Aber die Technik ist viel einfacher und auch ungefährlicher.

    ---------

    Laser: Sculpfun S6 Pro bis S70 (alle Modelle/Module), Creality Falcon 2 Pro 60W

    3D-Drucker: Creality CR-10, Anycubic Kobra 3 Combo

    CNC: TwoTrees TTC450

  • Schon mal etwas konstruiert und gebaut, was alle drei Fertigungstechniken braucht?

    Weiß zwar nicht wie das meine Aussage beeinflussen sollte aber ja, ich habe auch schon Projekte umgesetzt, in welchen ich 3D-Druck, Fräsen und Lasern kombiniert habe.


    Tatsache ist, wenn ich 10 Holzstücke (gleiche Sorte) mit den gleichen Einstellungen fräse, kommen 10 identische Stücke raus, wenn nicht zufällig mittendrin der Fräser stumpf wird.


    Wenn ich 10x das gleiche Teil 3D-Drucke wird das schon schwerer. Da reicht ohne geschlossenem Bauraum schon eine Temperaturveränderung im Raum und schon passen ggf. Layerhaftung, Brücken oder anderes nicht mehr.


    Laser ich 10 Holzstücke (gleiche Sorte) mit gleichen Einstellungen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle identisch sind sehr gering. Es gibt einfach zu viele Faltoren, welche das Ergebnis beeinflussen.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!